Hier finden Sie kurze Antworten auf einige der häufig gestellten Fragen zur Psychophysiognomik.
Für ausführliche Antworten verweisen wir gerne auf unsere Fachliteratur (Carl Huter Verlag) oder auf unsere Informationsveranstaltungen oder Einführungskurse.
Was ist Psychophysiognomik?
Unter Psychophysiognomik verstehen wir „Menschenkenntnis“, also das Erkennen von individuellen Persönlichkeitseigenschaften anhand des äusseren Erscheinungsbildes.
Psychophysiognomik ist
- die Lehre vom Ausdruck der Formen und Farben, der Spannungen und der Bewegungserscheinungen beim Menschen, also
- die Lehre vom Ausdruck der Körper-, Kopf- und Gesichtsformen, der Sinnesorgane, der Mimik, der Gestik und der Körpersprache
- Das Erkennen der Persönlichkeitsmerkmale, der kognitiven Fähigkeiten, der Talente und Begabungen, des Leistungs- und Sozialverhaltens sowie von psychischen Vorgängen
- die individuelle Psychologie, die sich aus der Anwendung der vorstehenden Bereiche ergibt.
Psychophysiognomik ist ein breit angelegtes Wissensgebiet. Sie ist eine universelle und biologisch-natürliche Formen- und Ausdruckssprache.
Was ist der Unterschied zwischen Psychophysiognomie und Psychophysiognomik?
Psychophysiognomie heißt "Erscheinungsbild". Eine Physiognomie hat nicht nur der Mensch, sondern beispielsweise auch eine Landschaft, eine Stadt oder ein Fußballspiel.
Psychophysiognomik bedeutet "Lehre vom Ausdruck von Persönlichkeitsmerkmalen und psychischen Vorgängen".
Wo wird Psychophysiognomik heute angewendet?
Die heutige Psychophysiognomik stützt sich auf naturwissenschaftliche und evolutionsbiologische Grundlagen sowie auf die systematisch und umfassend erforschten Erkenntnisse von Carl Huter (1861 – 1912). Sie wird heute hauptsächlich in den Bereichen von berufs- und laufbahnbezogener, psychologischer, medizinischer und juristischer Beratung, im Human Resource Management (HRM) und in der Personalführung angewendet.
Wo sind die Stärken und Grenzen der Psychophysiognomik?
Seriös angewandte Psychophysiognomik setzt eine fundierte Ausbildung und Erfahrung voraus. Die Qualität einer Analyse oder Beratung auf psychophysiognomischer Grundlage ist somit von der Professionalität der Beratungsperson abhängig. An der Carl Huter Akademie ausgebildete Fachleute verfügen über ein dreijähriges Studium (1200 – 1500 Lernstunden für die Diplomstufe).
Mithilfe der Psychophysiognomik können verlässliche Aussagen über individuelle Persönlichkeitseigenschaften, veranlagte Talente und Stärken, Kontakt- und Leistungsverhalten, Lern- und Arbeitsstile usw. gemacht werden. Sie unterstützt die Entscheidungsfindung bei Ausbildungs- und Laufbahnfragen und bietet Orientierung bei Themen der allgemeinen Lebensgestaltung. Sie kann aber weder Gedanken lesen noch Prognosen über die Zukunft machen oder vergangene biografische Ereignisse «sehen». Auch gewisse funktionelle Einschränkungen, wie beispielsweise Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) sind physiognomisch nicht erkennbar.
Was sind die Voraussetzungen, um Psychophysiognomik zu lernen?
Grundsätzlich hat jeder Mensch ein individuell unterschiedlich ausgeprägtes gefühlsphysiognomisches Vermögen. Man kann nicht anders, als die wahrgenommene Umwelt zu interpretieren. Menschen deuten andere Menschen aus sinnes- und neurophysiologischen Gründen ständig und unbewusst.
Die Psychophysiognomik ist ein anspruchsvolles und umfangreiches Fachgebiet. Das Studium an der Carl Huter Akademie setzt eine breite Allgemeinbildung, Interesse am Menschen, an physiologischen, biologischen, anatomischen und psychologischen Zusammenhängen voraus. Zudem sind eine aufmerksame Beobachtungsgabe, ein gewisser Formensinn sowie Durchhaltevermögen, Bereitschaft zu Reflexion und Übung wichtig. Der Aufwand ist mit dem Erlernen einer Fremdsprache vergleichbar. Die persönliche Eignung kann in einem Gespräch mit der Studienleitung der Carl Huter Akademie geklärt werden.
Was ist von der gelegentlich gehörten Behauptung, die Physiognomik führe zu Vorurteilen und Rassismus zu halten?
Die Physiognomik gilt für alle Menschen weltweit gleich. Sie ist unabhängig, ideologisch und konfessionell neutral, weil sie auf naturgesetzlichen Gegebenheiten beruht.
Wir verstehen Physiognomik daher als eine Quelle der Humanität, der Toleranz und des besseren gegenseitigen Verständnisses.

